Shape 2 – Schreiben ist Handwerk

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56 Tage in Quarantäne. Seit gestern darf man morgens wieder im Mittelmeer schwimmen. 19 Tage seit dem ersten Schritt ins Blaue.

TO DO ...

Ich liebe To Do Listen. Vor allem liebe ich es Sachen auf To Do Listen durchzustreichen. Danach kann man dann so schön ausatmen. Ganz selten schaffe ich es, mal alle Punkte einer Liste durchzustreichen. Das ist dann natürlich besonders stark.

Die Meisten meiner To Do Listen kommen aber nie zu Ende. In der Zwischenzeit beginne ich schon wieder eine neue. Manche Punkte werden auf die nächste übertragen. Andere fallen einfach weg. Am liebsten mache ich Abends eine Liste vor dem Schlafen gehen. Für das Gewissen. So – jetzt schläfst du gleich und morgen steht das und das an.

 

Ja, die Abende in Quarantäne sind nicht leicht. Am Morgen aufstehen ist kein Problem. Es gibt ja viel zu tun. Die Liste ist voll. Gegen Mittag wird man dann so angenehm müde und ruht sich nach dem Essen aus. Der Nachmittag ist dann meisten recht leer und wenn die Sonne untergeht, wird es ganz schwierig. Früher meine Lieblingsstunde – die orange Stunde, vielversprechend und erleichternd – jetzt nicht mehr. Wenn das Licht wegfällt, werden einem die Wände erst richtig bewusst. Hinter den Fenstern ist es schwarz und vom Balkon sieht man auch nichts mehr. Man hört noch das Meer und das ist echt gut. Das kann man gar nicht oft genug sagen, wie gut das ist, dass wir so nah am Meer wohnen. Wenn es dunkel wird, hören wir es zumindest noch und das hat mich schon durch so manche Nächte gebrach

Die Meisten meiner To Do Listen kommen aber nie zu Ende. In der Zwischenzeit beginne ich schon wieder eine neue. Manche Punkte werden auf die nächste übertragen. Andere fallen einfach weg. Am liebsten mache ich Abends eine Liste vor dem Schlafen gehen. Für das Gewissen. So – jetzt schläfst du gleich und morgen steht das und das an. Ja, die Abende in Quarantäne sind nicht leicht. Am Morgen aufstehen ist kein Problem. Es gibt ja viel zu tun. Die Liste ist voll. Gegen Mittag wird man dann so angenehm müde und ruht sich nach dem Essen aus. Der Nachmittag ist dann meisten recht leer und wenn die Sonne untergeht, wird es ganz schwierig. Früher meine Lieblingsstunde – die orange Stunde, vielversprechend und erleichternd – jetzt nicht mehr. Wenn das Licht wegfällt, werden einem die Wände erst richtig bewusst. Hinter den Fenstern ist es schwarz und vom Balkon sieht man auch nichts mehr. Man hört noch das Meer und das ist echt gut. Das kann man gar nicht oft genug sagen, wie gut das ist, dass wir so nah am Meer wohnen. Wenn es dunkel wird, hören wir es zumindest noch und das hat mich schon durch so manche Nächte gebracht.

Seit 5 Jahren schreibe ich ...

Vor 5 Tagen das erste Geld für einen 500 Wörter langen Text bekommen. Davor in 5 Jahren 500.000 unbezahlte Wörter geschrieben. Es war ein Werbetext und die Website, auf der er veröffentlicht wurde hat auch noch einiges geändert und einen anderen Namen darunter gesetzt. Aber immerhin. Seitdem sind schon 2 weitere veröffentlicht worden und bis Mittwoch muss ich noch 4 schreiben. Geld ist nicht der einzige Antrieb um zu schreiben, aber es ist einer der funktioniert. Geld bringt das Level an Notwendigkeit dann doch morgens um 5:50 aufzustehen und nicht noch bis 6, 7 oder 12 liegenzubleiben.

Zu schreiben, was Leute lesen wollen, ist etwas das mir seit jeher widerstrebt. Zu sagen, was Leute hören wollen, so auszusehen, wie es Leuten gefällt – all das schien mir schon immer von Grund auf falsch. Kompromisslos sein Ding machen und dann darauf setzen, dass es sich schon durchsetzt. Das mag jugendlich-pubertärer Wahnsinn sein, der sich mit der Zeit schon legt. Spätestens wenn man dann an Kinder denkt, sollte man doch konservativ wählen und für eine Rente planen, oder nicht? Ich bin mir da nicht sicher. Sich zu verkaufen, um gemocht zu werden, ist etwas, das für viele funktioniert, aber für Leute mit Charakter ist das doch das Ende. Nicht dass ich besonders Charakter hätte, am liebsten habe ich es, wenn die Leute mich alleine lassen, aber träumen sollte man doch.

Handwerk

Was allerdings noch trauriger ist, als jemand, der sich für Geld verkauft, ist jemand der ewig nur träumt. Ohne Taten ist das alles nichts. Da können Ideen noch so groß sein, wenn man sie nicht Praxis werden lässt, hat man schon verloren. Die Realität ist dann auch immer ganz anders, als man sich das vorher so vorgestellt hat. In Träumen vergisst man, wie lang ein Tag dann doch ist und wie viele Tage es braucht, um überhaupt irgendwo anzukommen. 24 Jahre atmen, 56 Tage in Quarantäne und 19 Tage seit die Website online gegangen ist, machen eines klar: Man muss halt machen.

4 neue Texte bis Mittwoch bringen Geld, aber sie sind auch schlichtweg Handwerk. To Do Listen sind schön und gut, genau so sind Träume wichtig, aber Texte, Sätze und Absätze sind das Einzige, was dann wirklich IST.

Um das klarzustellen: Geld ist Freiheit. Kunst ist Freiheit. Beides braucht immer Kompromisse. Blau steht für sich. Blau ist endlos. Und Schreiben auch. Aber man muss halt machen.

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