Intuition

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Irgendwo habe ich mal gelesen, dass man sich immer dem zuwenden soll, was einem Angst macht. Intuition ist so ein Thema. Es lässt sich wenig wissenschaftlich Handfestes über sie sagen. Trotzdem ist es wichtig, den Fokus auf intuitive Entscheidungen zu lenken. Der Text ist ein Versuch sich dem Thema der Intuition zu nähern.

Es gilt zu klären, was die Intuition ist? Wie man sie sich vorzustellen hat? Wie mit ihr umzugehen ist?

Intuition Definition

Die intuitive Wahrnehmung ist eine unserer grundlegendsten Fähigkeiten. Sie ist etwas, das uns mit dem Tier verbindet. Sie steht in Verbindung mit den elementarsten Gefühlen: Angst und Liebe

In ihr kommen Reflexe wie Flucht und Anziehung genauso wie unsere gesammelten Erfahrungen zusammen. Intuition ist etwas, das man erst mal HAT. Jeder hat es, ob man sich ihrer bewusst ist oder nicht. Bei Gefahr wegzurennen oder bei einem schönen Geruch innezuhalten, ist etwas das alle Menschen teilen, obwohl Gefahr und schöner Geruch von Person zu Person unterschiedlich sein können. 

Ein Teil unserer Intuition setzt sich aus dem zusammen, was wir in unserem Leben an Erfahrungen sammeln. Besonders in der Kindheit entwickeln wir bestimmte Präferenzen. Man darf aber nicht den Fehler machen Gewohnheit und Intuition gleichzusetzen. Die Gewohnheit steuert uns durch alltägliche Abläufe auf der Grundlage unserer Erfahrungen. Das Gehirn merkt sich dabei, was vorher funktioniert hat und wiederholt es. So wie künstliche Intelligenz sich die Dinge merkt, die wir im Internet und auf Websites aufgerufen haben. Aus diesem Pool werden und dann verwandte Sachen vorgeschlagen. Ein System, das funktioniert.

Allerdings ein sehr fremdbestimmtes System. Nicht nur, weil Google und Co immer auch gerne etwas an uns verkaufen wollen, sondern weil Gewohnheit auch kaum von uns mit beeinflusst wird. Die Erfahrungen, die jemand in der Kindheit gesammelt hat, kann diese Person nicht beeinflussen. Die Intuition ist etwas, das in seinem ersten Auftreten, jenseits unserer Kontrolle liegt. Sie steuert uns auf der Basis von frühesten Prägungen und genetischen Verankerungen. Gefühle sind die Art und Weise, wie sich die Intuition uns bemerkbar macht.

Wo sitzt die Intuition?

Sie die Intuition vorzustellen, ist gar nicht so einfach. Sie steht in direkter Verbindung mit unseren Sinnen. Viele finden sie im Bauchgefühl am besten beschrieben. Das ist auch kein Wunder. Der Bauch ist unser größtes Organ. Die Fläche von Bauch und Darm und der Tastsinn, der damit in Verbindung steht, wird nicht umsonst als zweites Gehirn bezeichnet. Anders als unser Kopf entzieht sich die Intuition aber Verstand und Bewusstsein.

Die Bedeutung der Intuition tritt am deutlichsten in Extremsituationen zutage. Wenn man sich in so einer Situation befindet – sei es das Zusammentreffen mit einer anderen Kultur oder auch nur einem fremdern Menschen, in der Liebe, beim Sport oder im Krieg – wird eine Grundsaite unserer Existenz angeschlagen. Alltägliche Erfahrungsmuster nützen wenig. Intuitive Entscheidungen sind gefragt.

Hat Intuition Bedeutung?

Viele Menschen ziehen die Gewohnheit ihrer Intuitionen vor. Gerade in den beschrieben Extremsituation, überkommt die meisten Unsicherheit. Fremde Situation laufen selten so klar und selbstbewusst ab, wie man das gerne hätte. In der Regel scheitert man beim ersten Versuch. Vor allem, wenn alles neu und anders ist. Das starke Gefühl und die Einsicht diesem nicht gewachsen gewesen zu sein, stößt viele zurück in die Gewohnheit. Man bleibt, bei dem, was man kennt. In Extrembeispielen liegt hier die Grundlage von Fremdenhass, Nationalismus und Homophobie. Man kennt es nicht, man weiß nicht damit umzugehen, man lehnt es ab. 

Wer sich in diesem Sinne von der Welt abschottet, steht in keinem guten Verhältnis mit seiner Intuition. Dass sich das Auftreten intuitiver Wahrnehmungen und Gefühle jeder Kontrolle entzieht, heißt nicht, dass wir keinerlei Macht über sie haben. Man kann sie trainieren. Eine gesunde Weltoffenheit ist nur der Anfang. Es geht nicht darum alles zu lieben und in allem großartig und verständnisvoll zu sein. Was zählt, ist das, was schon in einem verankert ist offen zulegen und zu selektieren. Das, was einen stark macht, wohin es einen immer wieder zieht, will ausgebildet und verfeinert werden.

Dazu benötigt es Reflexion und Tatendrang. Die Intuition denkt ungern über sich selber nach. Ihre Verankerung reicht zu tief in uns, als das Gedanken und die Vernunft sie fassen könnten. Sie zeigt sich nur im Unterbewusstsein und man sollte ihr Beachtung schenken, gerade weil sie mehr verkörpert als der Verstand und Sprache das können. Der Schlüssel zum richtigen Umgang mit der Intuition ist die richtige Einstellung.

Die richtige Einstellung zur Intuition

Sich mit seiner Intuition im Einklang zu finden, kommt der erlebten Freiheit am Nächsten. Wer sich von Gewohnheiten und den Alltagsmustern seiner Erfahrung freimachen kann, lebt intensiver. Intensiver Leben heißt sich seinen Gefühlen zu stellen. Anders als bei der Logik gibt es bei der intuitiven Wahrnehmung keine Gewissheit. Es fordert die Ausprägung von Persönlichkeit, um ohne Wissen, Logik und Vernunft klar zukommen. Um auf Grundlage der Intuition gute Entscheidungen zu treffen, muss man sich selbst vertrauen lernen.

Eine offene Einstellung der Welt gegenüber ist der Anfang. Darauf folgt die Ausbildung von Charakterstärken wie Mut, Anmut und Würde seinen Gefühlen gegenüber. Nicht zuletzt muss man sich Ängsten stellen. Ein einfaches Leben, ist das intuitive Leben nicht. Happy Ends gibt es auch nur im Film oder Büchern. Glücklicher ist man nicht unbedingt, aber zumindest aufrichtig – authentisch. 

Eine Auseinandersetzung mit der Intuition, zwingt uns, Sensibilität und Geschlechter Rollen neu zu denken. Warum spricht man nur von weiblicher Intuition, was ist mit der Männlichen? Wie stellt man sich Gefühlen? Wie bleibt man dabei stark? Wie kann man sich angreifbar machen und trotzdem die Stellung halten?

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