Barcelona- Freiheit und Liebe

La Barceloneta – Nachhaltiger Tourismus

Auf der einen Seite ist man in ganz Spanien auf den Tourismus angewiesen. Andererseits zerstören Massentourismus und Wochenendurlauber das Leben der Einheimischen. Wer das erste Mal eine Stadt besucht, kennt sich natürlich nicht aus. Man folgt Ratschlägen aus dem Internet, geht zu Orten, von denen man gehört hat und so machen es dann alle. La Barceloneta ist Barcelonas Stadtteil am Meer. Aber er ist noch viel mehr als das. 

Barceloneta

Ich lebe mittlerweile in La Barceloneta einem Stadtteil direkt am Strand. Ich wollte das ewige Licht, das Meer, schnellen Zugang zum Zentrum – all das habe ich hier gefunden. Noch ist Barceloneta ein Stadtteil, in dem vor allem alte Leute und Arbeiter wohnen. Doch das Viertel ist im Wandel. Die zentrale Lage am Wasser und der knappe Wohnungsmarkt treiben die Preise in die Höhe. Die Gentrifizierung ist in vollem Gange. Ich sehe mich selbst als einen Europäer, der von außen zugezogen ist. Ich bin deswegen nicht gleich schuldig, aber zumindest verantwortlich für mein Leben und Handeln hier. Mit dieser Reihe von Einträgen geht es mir um einen nachhaltigen Tourismus. Ich werde über mein Viertel Barceloneta jenseits der überlaufenen Strandpromenade berichten. Ich will in kleinem Anfangen und auf das Große zielen. Die Stadt braucht einen nachhaltigen Tourismus und sie hat viel zu bieten. Es gibt hier mehr als die Sagrada Famila, La Ramblas oder Park Güell. 

Nachhaltiger Tourismus

Man kann in einer Stadt leben, ohne wirklich jemals dort anzukommen. Das ist das Schöne an Städten. Die Anonymität, die Freiheit, das Ungezwungene – Man fällt nicht auf. Barcelona ist so eine typisch moderne Stadt, in der jeder machen kann, was er will. Es ist im Grunde egal, ob man Spanisch, Katalan oder Englisch sprechen kann. Selbst mit Italienisch, Deutsch oder Französisch kommt man ungestört zurecht. Durch den Tourismus ist man in La Barceloneta an das Fremde gewohnt. 1992 fanden hier die Olympischen Spiele statt. Die Stadt wurde grundrenoviert und die Welt mit offenen Armen empfangen. Seitdem hat sich die Einstellung gegenüber Ausländern geändert. In Demonstrationen oder brennenden Mülleimern bricht die Atemlosigkeit der Einheimischen heraus. “Tourists Go Home” steht an den Straßenwänden. Libertat weht es von den Balkonen. Die Zeit für ein Umdenken ist gekommen. Nachhaltiger Tourismus ist das Stichwort. 

Nachhaltiger Tourismus in La Barcelonta 

Nachhaltiger Tourismus in La Barceloneta ist möglich. Dafür bedarf es die Zusammenarbeit von Einheimischen und Urlaubern.
Wer als Tourist sein zu Hause verlässt, sucht auch immer Freiheit. Zu oft schlägt dieser Wunsch nach Abwechslung, in das Leidwesen der Einheimischen um. Die Folge ist, dass Tourist und Tourismusland einander fern bleiben. Der Reisende verschließt sich vor der Besonderheit der anderen Kultur. Der Local versteckt, was ihm wichtig ist. Der Urlauber findet im fremden Land nur, was er schon kennt. Vorurteile werden bestätigt und Unterschiede unterstrichen. 

Der eigentliche Zweck des Reisens geht verloren. Misstrauen setzt sich im Einheimischen. Seine Gastfreundschaft scheint ausgenutzt und unerwidert. Um das Reisen nachhaltig zu gestalten, müssen Reisender und Einheimischer wieder vertrauen können. Dazu muss das Angebot vergrößert und verbreitert werden. Der Tourist muss die richtige Einstellung gegenüber seiner Reise mitbringen. Der Einheimische muss seine Kultur nach außen tragen, anstatt sie hinter Grenzen schützen zu wollen. Es bedarf Aufklärung auf beiden Seiten. Um all das soll hier gehen. 

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