Carmen Amaya Brunnen

Carmen Amaya Brunnen – Ein modernes Denkmal für die Flamenco Legende

Es war einmal ein Stadtviertel am Strand. So könnte man die Geschichte von La Barceloneta tatsächlich beginnen. Noch vor 30 Jahren trennte das Meer und die ersten Häuser Barcelonas nur ein kleiner Strand. Mittlerweile teilt eine breite Strandpromenade das Viertel Barceloneta und das Mittelmeer. Im Zuge der Olympischen Spiele 1992 wurde das gesamte Gebiet umgestaltet. Ein Überbleibsel der alten Zeit ist der Carmen Amaya Brunnen. In den 50ern vermachte die Stadt der Flamenco Legende aus Barceloneta ihr Denkmal. Als Kind einer Gipsy Familie hatte Amaya aus diesem Brunnen bereits getrunken. Heute ist die Stelle in modernem Design in die Promenade integriert.

Carmen Amaya

Nach offiziellen Berichten wurde Carmen Amaya 1913 in Barceloneta geboren. Damals herrschte ein Orkan, der fünf Tage andauerte. Ihre Kindheit verbrachte sie in Armut. Sie war die zweitälteste von 11 Geschwistern. Von ihren Freunden bekam sie den Namen El Capitano. Ihr bestimmtes Auftreten zeigte sich vor allem im Tanz. Der Flamenco war die Ausdrucksform ihrer Familie. Als Roma lernt Amaya früh das Leben als Außenseiter kennen. Am Rand der Stadt in Barceloneta wächst sie nur unter ihren Leuten auf. Das einzige auf das Carmen sich verlassen kann, ist ihre Familie. Selbst als Weltstar vergaß sie das nie. Von den Straßen Barcelonetas tanzt sie sich in den vierziger Jahren nach Hollywood. Ihre Shows laufen auf der ganzen Welt. Ihre Familie ist dabei immer an ihrer Seite.

Die Geschichte der goldenen Jacke

Der ehemalige Präsident der USA Franklin D. Roosevelt, schenkte Amaya einst eine goldene Jacke. Er hatte eine ihrer Shows gesehen und sie daraufhin ins Weiße Haus eingeladen. Als Ehrung überreichte der Präsident der Tänzerin eine Jacke. Sie war nach Art des Flamenco mit Edelsteinen bestickt. Zurück mit ihrer Familie verkaufte Amaya die Jacke und alle Edelsteine. Den Erlös teilte sie mit jeder der 30 Personen, die mit ihr reisten. Auf die Frage nach dem Warum, antwortete Amaya: “Alles, was meins ist, ist auch das Ihrige”.

Carmen Amaya Brunnen

1959 wurde ein Brunnen in Barceloneta für sie zum Denkmal gesetzt. El fuente de Carmen Amaya steht auch heute noch. Carmen reiste damals für die Einweihung selbst an. Bei der Zeremonie war das ganze Viertel anwesend. Den Erzählungen nach, sah ihr damaliger Mann Juan Antonio Agüero seine Frau an jenem Abend zum ersten Mal in Tränen. Vier Jahre später starb sie im Alter von 50 Jahren. Sie leitete ihr Leben lang an einer Nierenunterfunktion. Ihr Körper konnte Giftstoffe nicht richtig filtern.

Der Brunnen heute

Heute gibt es den Brunnen noch immer. Seit 1992 zeigt er sich eingegliedert in die Promenade. Eine lange Rampe zieht sich um den Carmen Amaya Schriftzug, über den Brunnen und auf die Straße. Auf dem Weg zum Strand passieren täglich Hunderte das Denkmal, ohne davon Notiz zu nehmen. Praktisch genutzt wird der Brunnen mittlerweile von Skatern. Zum Skaten und BMX Fahren eignen sich die Rampe, das gute Metall und die Steigung perfekt. Manchmal sieht man sogar Kameracrews vor Ort, die für ein Skatevideo drehen. So ist der Carmen Amaya Brunnen auch heute noch im Fokus. Die Flamenco Legende besteht. Genau so tut es ihr Außenseiterstatus. Trotzdem hat sie es zu etwas Besonderem gebracht. Das hat sie mit Barceloneta gemeinsam.

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