September in barcelona

September in Barcelona – Endlich Sturm

Der September in Barcelona ist eine Zeit des Wandels. Nach langem Stillstehen setzt sich wieder etwas in Bewegung. Während des Sommers gleicht ein Tag dem Nächsten. Es ist heiß und in der Hitze schmelzen gestern und morgen ineinander. Im September stürmt es wieder in Barcelona. Ein Sturm in Barcelona ist der Beginn einer neuen Jahreszeit. 

September in Barcelona

Stürme in Barcelona

Herbst, Winter, Frühling und Sommer laufen in Barcelona nach klaren Regeln ab. Jedes Jahr aufs Neue. Nicht umsonst haben sich im Mittelmeerraum einst die ersten großen westlichen Kulturen entwickelt. Das alte Griechenland und Rom profitierten von der Gleichmäßigkeit des Klimas. Die Tage und Monate folgen einem Schema. Zu diesem Schema gehören die Stürme in Barcelona. Mit der Verlässlichkeit einer Uhr stehen am Rand der Jahreszeiten große Naturphänomene.

Der Wintersturm

Den ersten Sturm des Jahres gibt es Ende Februar. Der lange gleichmäßige Winter kommt zu Ende. Das letzte Mal geregnet hat es im November. Die Tage waren kurz und sonnig. Dann kommt es ein Sturm und es regnet einige Tage lang. Das Meer erwacht und reißt wieder einmal Teile des Strandes mit sich. Es gibt Wellen und Surfen ist wieder möglich. 

Der Frühlingssturm

Nach dem Sturm atmet die Natur auf. Endlich hat es wieder geregnet. Erste Knospen wachsen an den Bäumen. Nach der Kälte des Winters wird es wieder wärmer. Es wird auf die Weise warm, die man in den Monaten des Winters vergessen hat. Die Fensterläden in den Wohnungen stehen offen. Im Café an der Straße kann man wieder draußen sitzen. 

Der Sommersturm

Ende Mai stürmt es wieder. Wenn der Himmel dieses Mal aufklart, bleibt er klar. Der Sommer in Barcelona ist lang. Im Juni, Juli und August gleicht ein Tag dem anderen. Lange heiße Tage reihen sich aneinander. Erst in den Abendstunden verlassen die Menschen ihre Wohnungen. Den Sommer überdauert, durchsteht und genießt man. Die letzte Nacht und der nächste Tag sind ein Strom, der sich über Monate nur im Kreis dreht. Erlösung gibt es im September. Hier stürmt es wieder.

September in BArcelona

Der Herbststurm

Der Herbststurm kommt aus dem Nichts. Im Sommer vergisst man die Zeit. Zwischen Juni und August ist jede Sorge eine Sorge zu viel. Alles ist schwer und schwitzig. Es gilt, sich frei zu machen. Nichts wächst und es stirbt auch nichts. Der Herbststurm durchbricht diesen Kreislauf. Im August erreicht die Hitze ihren Höhepunkt. Während man denkt, dass es ewig so weitergehen wird, fällt irgendwann der Regen. Durch die immer offenen Balkontüren dringt warmer Wind. Vom Meer aus hört man wieder Wellen.  

September in Barcelona

Am ersten Morgen nach dem Sturm friert man. Im Bett unter den weißen Laken ist es frisch. Der Sturm im September reinigt die Luft von aller Schwüle. Auf den Straßen kann man sich schließlich wieder bewegen. Kleidung bekommt wieder einen Sinn. Nach dem ersten Sturm im September wird es noch einmal wärmer. Der Herbst hat sich angekündigt, aber noch ist der Sommer zu stark. Nichtsdestotrotz gab es den Bruch. Wie bei einem Staudamm, aus dem kontrolliert das Wasser entlassen wird, verliert der Sommer jetzt Woche für Woche an Kraft.

Endlich Sturm

 Vergänglichkeit wird sichtbar. Während im Frühling alles wächst und im Sommer überdauert, beginnt im September das Sterben. Die Tage werden kürzer. An einem Abend in einer Bar wundert man sich, dass es schon dunkel wird. Im Sommer gab es keine Dunkelheit. Es war immer heiß und die Nacht war wie der Tag nur mit weniger Licht. Alles steht im Sommer und im September setzt es sich wieder in Bewegung.

Ganz langsam zuerst. An einem Morgen im Bett friert man auf einmal unter dem weißen Laken. Am Mittag auf dem Balkon weht ein kühler Wind. Im Mittelmeer gibt es wieder Wellen. Noch hat der Herbst nicht angefangen. Sommer ist es aber auch nicht mehr. Es ist September in Barcelona und Veränderung ist spürbar.

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